Mein Glaube

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Mein-Glaube

Mein Glaube ist die feste Zuversicht auf mein Hoffen und ein nicht zweifeln an dem was ich nicht sehe < Hebräer 11.1

Auf der Suche nach meinem Glauben

Im Oktober 2017 habe ich mich auf den Weg in die weite Welt gemacht. Mit Fahrrad, Zelt und Rucksack bin ich in Barcelona gestartet, mit dem erklärten Ziel, Tibet zu erreichen. Tibet als Stätte des Glaubens. Die Suche nach den sieben Taten der Barmherzigkeit ist Teil meiner Reise gewesen.

Ich suchte nach dem Guten in der Welt. Krieg, Terror und Armut bestimmten die Nachrichten in Deutschland. Meine Vorstellung über die Welt wollte dies nicht zulassen. Die Welt kann nicht so schlecht und böse sein, wie die Zeitungen es mir einreden möchten. Dieser naiv wirkende Gedanke, war der Antrieb für meine Reise und gab mir die Kraft in die Pedale zu treten, um Barmherzigkeit zu finden.

Der Glaube an das Gute. Eine für mich wichtige Mission, als Kompass zu meinem Ziel.

Ich besuchte verschiedene Stätte des Glaubens und dies begann im Vatikan. Obwohl ich mit dem Christentum aufgewachsen bin, war vieles für mich neu und ich erkundete diesen Glauben wie ein kleines Kind. Ich war neugierig, wissbegierig und aufgeschlossen den Geschichten gegenüber und lies mich auf viele tiefgründige Gespräche und Rituale ein.

Ich begann Gott zu begreifen und auch meinen Glauben, was nicht bedeutet dass ich mich zu einem frommen Christen entwickelt habe. Aber ich war in der Lage, mit meinem Glauben zu arbeiten. Mein Glaube wurde formbar und lies sich gestalten. Im Christentum fand ich die Hand, die mich dabei unterstützt und mir zeigte wie es geht.

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Im Vatikan 

Ich begegnete den Islam als eine Religion des Friedens.

Als nächstes wandte ich mich dem Islam zu. Mein Weg führte mich durch die Türkei, dort ging ich das erste Mal in meinem Leben in eine Moschee. Der Imam empfing mich voller Wertschätzung und erklärte mir das Gebet. Vorsichtig tastete ich mich an die mir völlig unbekannte Religion ran. Die kleine Moschee, in einem Dorf nahe Söke, erkundete ich voller Neugier. Für mich und viele Gläubige ist dies ein Palast. Es ist der Ort an dem Muslime ihren Glauben ausgeleben können und das ist beneidenswert,  denn für mich, der sich keiner Religion zugehörig fühlt, ist dies nur in meinen Gedanken möglich.

Ein Negativpunkt als Konfessionsloser?

Vielleicht!

Mein Interesse faszinierte den Imam und er gab mir eine grüne Gebetskette mit auf die Reise. Ich nahm die positive Energie des Geschenkes auf und bis heute ist die Glaubenskette ein zuverlässiger Talisman an meiner Seite.

Ich begegnete den Islam als eine Religion des Friedens. Auch im Iran traf ich gläubige Muslime. Das Regime des Landes nutzt den Islam als Instrument zur Unterdrückung und zur Folge dessen, wird er von der Bevölkerung gehasst. Die Perser sehnen sich nach Freiheit und sehen den Islam nicht in Einklang mit ihrem Traum.

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Die Glaubenskette

Religion darf kein Zwang sein. Glaube entsteht im Herzen und entspringt der Seele, um mit ihr eins zu werden. Der Glaube lebt in Symbiose mit dem Körper und stärkt den Geist in schwachen Zeiten. Sobald das Herz es zulässt, mündet der Glaube in Religion, sie erklärt den Glauben und dient als Wegweiser um ihn zu festigen und zu formen. Der Zwang entkernt die Seele und lässt den Körper zu einer leeren Hülle werden.

Die Liebe ist die Religion aller Geschöpfe und eint uns auf ihre spezielle Weise.

Mein Glaube erreicht mich auf unterschiedlichste Weise und kann als Werkzeug gebraucht und auch missbraucht werden. Auch wenn ich nicht direkt an den einen Gott glaube, so bin ich der Überzeugung dass es eine höhere Macht geben muss.

Eine Macht die für uns Menschen nicht sichtbar, aber klar zu erkennen ist. Wir nehmen die Geschenke des Universums als Selbstverständlichkeit wahr. Das Leben, Lachen und auch die Trauer, sind Gaben welche unsere Welt zu dem macht was sie ist. Unser aller Zuhause.

Im Iran lernte ich Safoura kennen. Wir taten uns zusammen und sie verließ den Iran um ihren Traum zu leben. Auch wenn dies eine Rückkehr für sie unmöglich machte. Auf der Suche nach meinem Glauben fand ich die Liebe. Die Liebe gehört zum Glauben. Sie bedarf keiner Beweise, sie ist ein Gefühl, tief gegriffen aus der Seele und schenkt uns Gemeinschaft. Die Liebe ist die Religion aller Geschöpfe und eint uns auf ihre spezielle Weise.

Ich habe nie nach Gott gesucht, sondern bin meinen eigenen Weg gegangen und bin Gott auf diesem Weg näher gekommen als ich wollte, ohne hier auf die genaue Definition von Gott einzugehen. Ich verbinde meinen Glauben mit der Liebe und habe so meinen Weg zu Gott gefunden.

Die Suche nach meinem Glauben wird nie enden, da das Glaubensverständnis wie ein Puzzlewerk über der Welt verteilt ist. Jeder Mensch ist ein Puzzleteil zum Glauben und so fand ich auf der Reise mit Safoura, die Puzzleteile die meine erste Reise vervollständigten.   

Safoura und ich lernten uns besser kennen und wir glauben das Glück gefunden zu haben. Wir wurden nach Indien getragen, einer meiner Stationen die ich auf meiner ersten Reise nicht besucht hatte.

Indien als Sammelstätte verschiedener Glaubensrichtungen.

Ich lernte den Hinduismus kennen und bin mehr den je besessen von der Idee, alle Religionen miteinander zu verbinden. Ich suche die Verbindung um die Menschheit zu vereinen. Um Frieden zu schaffen und den Zwang zu besiegen. Indien zeigte mir, trotz aller negativen Aspekte, wie friedvoll Religion ist und wie Menschen mit verschiedenen Glaubensrichtungen friedlich zusammen leben können. Letztendlich ist der Glaube für mich, Frieden.

Der Glaube als Ort des Rückzugs, zur Inspiration, zum Frieden. Meine Reise und die Länder die ich bereist habe, gaben mir so viel und ich bin den Menschen denen ich auf meinem Weg begegnet bin, sehr dankbar.

SAscha Stöckl

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